Nachteilsausgleiche sind für neurodivergente Schüler:innen ungemein wichtig aber: Wie erstelle ich sinnvolle Nachteilsausgleiche für ADHS- neurodivergente und/oder autistische Schüler:innen? Was hilft wirklich?
Viele Kinder und Jugendliche bekommen durch ihren Nachteilsausgleich bei einer ADHS Diagnose z.B. erst einmal pauschal mehr Zeit in Klassenarbeiten. Dabei hilft mehr Zeit in Klassenarbeit in der Regel nicht dabei, dem Unterricht fokussiert zu folgen oder still sitzen zu bleiben. Auch bei autistischen Schüler:innen wissen viele Lehrkräfte und Eltern einfach nicht, was helfen könnte.
Mein Geschenk für dich
Ich habe einen Ratgeber geschrieben und dieser wurde bereits über tausendmal gekauft. Er wird von Jugendämtern empfohlen, ist in Antidiskriminierungsstellen im Einsatz und du bekommst diesen Ratgeber von mir einfach geschenkt!
Ich werde hier noch konkretisieren, welche Inhalte dort auf dich warten.

Hier bekommst du das Dokument zur Erstellung eines sinnvollen Nachteilsausgleichs, gefüllt mit Ideen für den Unterricht.
Nachteilsausgleiche sind wichtig!
Alle Kinder, die aufgrund körperlicher, geistiger, seelischer, psychischer oder sensorischer Voraussetzungen dauerhaft oder zeitweise Barrieren ausgesetzt sind und bei denen wir aus diesem Grund davon ausgehen müssen, dass sie die Teilhabe verlieren, haben ein Recht auf einen Nachteilsausgleich. Deutschland hat im Jahr 2009 die UN- Behindertenrechtskonvention (UN- BRK) unterschieben und sich damit verpflichtet, die Rechte behinderter Menschen anzuerkennen und diese in allen Lebensbereichen zu implementieren. Auch im SGB (Sozialgesetzbuch) IX ist dieses Recht auf einen Nachteilsausgleich rechtlich verankert.
Psychisch erkrankte und neurodivergente Kinder und Jugendliche begegnen in ihrem Schulalltag unglaublich vielen Barrieren – nur sind diese nicht für alle sichtbar.

Ich habe ein Buch geschrieben!
Das Buch ist bereits nach der ersten Woche auf der Spiegel-Bestsellerliste gelandet und zwar auf dem 4. Platz.
Hier bekommst du unglaublich viele Hintergrundinformationen zu neurodivergenten Schüler:innen und deren Barrieren im schulischen Umfeld.
Barrieren neurodivergenter Schüler:innen
- Sensorische Barrieren wie unnatürliche Lichtquellen, unruhige Farben, eine hohe Lautstärke, viele Menschen, Körperkontakt
- Emotionale Barrieren wie fehlende Vorhersehbarkeit, unklare Kommunikation, unklare soziale Codes
- Strukturelle Barrieren wie häufiger Raumwechsel, feste Orte für Pausen (ohne reizarmen Rückzugsort), Stillsitzen ohne Möglichkeiten der Regulation
Hierbei handelt es sich nur um eine ganz kleine Auflistung von möglichen Barrieren – die Liste lässt sich noch weiter ausführen.
Hole dir das Dokument zur Erstellung eines sinnvollen Nachteilsausgleichs – dort findest du eine ausführliche Auflistung der Barrieren.
Sinnvolle Nachteilsausgleiche setzen genau hier an!
Im September (19.09.2026) biete ich einen 4-stündigen Workshop zu diesem Thema an – für Lehrkräfte und Eltern.
Viele Neurodivergenzen – vor allem aber ADHS und Autismus – werden über das Verhalten diagnostiziert. Das Verhalten ist aber nicht die Ursache für die Neurodivergenz, sondern die Folge einer anderen Wahrnehmung, einer anderen Reizverarbeitung oder von Besonderheiten im Neurotransmitter- Stoffwechsel. Nachteilsausgleiche müssen an der Ursache ansetzen, ansonsten versuchen wir, ausschließlich Verhalten zu verändern – ohne die Ursachen für das Verhalten zu berücksichtigen – und das geht langfristig schief!
Beispiele für einen Nachteilsausgleich
Ein Nachteilsausgleich beinhaltet am besten immer auch Hilfsmittel, wie zum Beispiel Mützen tragen, Fidget Toys, Kopfhörer (auch kleine, unscheinbare), Gerüche (Duftöle) , Lese-Lineale, und viele weitere.
Auch lohnt es sich, die ein oder andere Sache zu erlauben (am besten für die ganze Klasse), die aktuell oft pauschal verboten wird. Hier sind ein paar Beispiele: Schüler:innen kritzeln lassen & kurze Aufstehpausen ermöglichen

Nachteilsausgleiche sind immer ein Trial & Error
Das schulische Umfeld ist leider nicht für alle neurodivergenten Schüler:innen gut geeignet, um fokussiert zu arbeiten oder zu lernen. Und ist es nicht einfach, direkt die richtigen Maßnahmen zu finden, die passen.
Woran erkennst du, dass ein Nachteilsausgleich passt?
Das ist eigentlich recht einfach: Es kommt nicht ständig zur Überforderung, Überlastung oder zu sichtlichen Stressreaktionen. Wenn ein Nachteilsausgleich erst dann implementiert wird, wenn es bereits zu sichtlichen Herausforderungen kommt, dann sollte eine Entlastung einsetzen – das ist ein gutes Zeichen und bedeutet, dass die Maßnahmen funktionieren.
Sollte sich keine Entlastung zeigen (bewertet durch das betroffene Kind, evtl. stellvertretend durch die Eltern kommuniziert), dann sollte bei den Maßnahmen nachjustiert werden, am besten im direkten Austausch mit den Eltern, Pflegeeltern und dem betroffenen Kind/Jugendlichen.
Ich freue mich, wenn sich die Schullandschaft langsam verändert – sinnvolle Nachteilsausgleiche sind ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung!
Hast du für dich oder für dein Kind oder für deine Schüler:innen gute Lösungen gefunden?
Schreibe uns mögliche Ideen für den Nachteilsausgleich in die Kommentare!
Und ich wünsche dir ganz viel Spaß beim Lesen und beim Finden guter Nachteilsausgleiche.
Deine Corina






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